Optische Strömungsmesstechnik - Teil 11
24 June 2026, Markus Leitner
Methodik der Particle Tracking Velocimetry
Lagrangesche Betrachtung im Gegensatz zur Eulerschen Betrachtungsweise: Einzelne Partikel werden betrachtet
Einführung
- Eulersche Beschreibung (Ortsfeste Betrachtung)
- die Änderung der Strömungsgrößen an einer festen Stelle des Raumes, während die einzelnen Teilchen vorbeiziehen, wird betrachtet
- Messmethoden: PIV, LDV
- Lagrangesche Beschreibung (Massen- oder Telchenfeste Betrachtung)
- das einzelne Teilchen wird in seiner zeitlichen Bewegung im Raum verfolgt
- Messmethoden: PTV
PTV: Niedrige Teilchenbilddichte, nur vereinzelte Partikel auf dem Bild, verfolgen einzelner Teilchen nötig
PIV: Mittlere bis hohe Teilchenbilddichte, mittlerer Abstand zwischen zwei Partikelbildern ist ungefär so groß wie der Partikeldurchmesser, Einsatz von Korrelationsalgorithmen
LSV: Hohe Teilchenbilddichte, Oartikelbilder überlappen sich, Verfolgen eines Fleckenmusters
Unterschiede zur PIV: Es ist keine Laserquelle für Lichtschnitt nötig, es können LEDs verwendet werden, außerdem werden mehrere Kameras benötigt
Einschub: Photogrammetrie

- Seeding der Strömung mit Tracer-Partikeln
- Aufnahme der beleuchteten Tracer-Partikel mit mehreren synchronisierten Kameras
- Erfassung der Partikelposition im Raum über photogrammetrische Verfahren
- Verfolgung der Partikel im Messvolumen
- Dreidimensionale Bahnlinien und Geschwindigkeitsvektoren
Methodik
// Skizze 2
Rotationsmatrix $R$ beschreibt Blickrichtung der Kamera (Senkrecht zur Bildebene)\
Anhand geometrischer Zusammenhänge aus der Kalibrierung werden aus den 2D-Bildkoordinaten die 3D-Objektkoordinaten mit den Kollinearitätsgleichungen berechnet:
(Siehe Folie 20)
$$ x' = x_p - c \cdot \frac{r_{11}(X_P - X_O) + r_{12}(Y_P - Y_O) + r_{13}(Z_P - Z_O)}{r_{31}(X_P - X_O) + r_{32}(Y_P - Y_O) + r_{33}(Z_P - Z_O)} $$
$$ y' = y_p - c \cdot \frac{r_{21}(X_P - X_O) + r_{22}(Y_P - Y_O) + r_{23}(Z_P - Z_O)}{r_{31}(X_P - X_O) + r_{32}(Y_P - Y_O) + r_{33}(Z_P - Z_O)} $$
- Die Verfolgung von Partikeln erfolgt durch eine logische Verknüpfung detektierter Partikel zwischen zeitlich aufeinanderfolgenden Messbildern zu Bahnlinien
- Basiert auf dem Grundsatz, dass die Verschiebung eines Partikels von einem zum nächsten Bild begrenzt ist
- Begrenzung der Geschwindigkeit
- Begrenzung der Beschleunigung
- Der lokale Geschwindigkeitsvektor ergibt sich aus der lokalen Partikelverschiebung und der Bildfrequenz