Flugzeugaerodynamik 2 - Vorlesung
07 May 2026, Thorsten Lutz
Der Gepfeilte Flügel
// skizze 1
- Reduktion des Druckwiederstands (insbesondere im Überschall relevant), Erhöhung $A/W$
- Verschiebung des transsonischen Wiederstandsanstiegs zu höheren Flugmachzahlen $Ma_{\infty}$
- Jones: Auch im Überschall ist bei der Flügelumströmung eine Unterschallcharakteristik möglich
$U_{\infty t}$ ruft keine Störgeschwindigkeit hervor
$\rightarrow$ hat keinen Einfluss auf Druck
$U_{\infty n}$ bestimmt Druckverteilung (bei unendlich gestrecktem Profil aus 2D Rechnung)
$U_{\infty n}$ entscheidet über Wahl der Berechnungsmethode
- Bei $Ma_{\infty n} < 1$: Unterschalltheorie
- Bei $Ma_{\infty n} > 1$: Überschalltheorie
Flugmachzahl kann also bei gepfeilten Flügeln weiter erhöht werden, ohne Verdichtungsstöße hervorzurufen
//Skizze 2
Kein Staupunkt mehr bei gepfeiltem Flügel, weil dort ja $Ma_t$ wirkt, es bildet sich also stattdessen eine Anlegelinie
An der Vorderkante verläuft die Stromlinie tangential zur Vorderkante
Nach hinten hin wird $U_{\infty t}$ im Gegensatz zu $U_{\infty n}$ größer, wodurch die Strömung weiter nach außen gezogen wird
Hilfreiche Folie 119
Entlang Anliegelinie entwickelt sich eine Grenzschicht
$\rightarrow$ laminar-turbulenter Umschlag
$\rightarrow$ macht Strömung am Flügel turbulent
//Skizze 3
Prinzip der Unabhängigkeit
Die Umströmung des normalschnittes eines unendlich gestrecktem Pfeilflügels mit $Ma_{\infty n}, \alpha_n$ ist relevant für:
- den Charakter der Umströmung (subsonischer, supersonischer Charakter)
- die Auswahl des Berechnungsverfahrens
- die vom Flügel hervorgerufenen Störgeschwindigkeiten
- die Druckverteilung
- das Auftreten von Verdichtungsstößen
Die Tangentialgeschwindigkeit $U_{\infty t}$ muss berücksichtigt werden:
- bei der Ermittlung der Stromlinien
- ber der Bestimmung der kritischen Machzahl nach der hier verwendeten Definition ($Ma_{\infty}^*$)
- bei der Berechnung von Reibungseffekten
Das Prinzip der Unabhängigkeit ist exakt gültig für:
- reibungsfreie Strömungen (potentialgleichung, linearisierte Potentialgleichung, Eulergleichung)
- laminare, inkompressible Strömungen (inkompressible Navier-Stokes-Gleichungen)
- die Ausbildung der Grenzschicht ensprechend den Prandtlschen Grenzschichtgleichungen
Es ist streng nicht gültig, wenn:
- laminare, kompressible Grenzschichten da $\mu, \rho = f(T)$ und damit auch von $U_{\infty t}$ sind (Relevante Größen, wie Zähigkeit, sind zum Beispiel auch abhängig von der Temperatur)
- turbulente Grenzschichten (inkompressibel, kompressibel), weil Turbulenz (aufgelößte LES DNS) inherent dreidimensional ist